Fleckschutz-Sprays und Imprägnierungen für Teppiche, Polster und Leder enthalten seit Jahrzehnten häufig PFAS, also per- und polyfluorierte Alkylverbindungen. Das ändert sich jetzt, weil die EU diese Stoffgruppe regulatorisch einschränkt.

Was PFAS sind und warum sie überhaupt verwendet werden

PFAS sind synthetische Chemikalien mit einer Eigenschaft, die sie für Fleckschutz interessant macht: Sie stoßen Wasser, Fett und Schmutz ab, bei extrem hoher chemischer Stabilität. Genau diese Stabilität ist aber auch das Problem. PFAS bauen sich in der Umwelt kaum ab und reichern sich über Jahre in Boden, Wasser und Organismen an. Deshalb werden sie seit einiger Zeit auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet.

Was sich 2026 konkret ändert

Mit der EU-Verordnung 2024/2462, verabschiedet im September 2024, greifen ab 2026 gestaffelte Verbote. Die ersten betreffen ab April 2026 bestimmte Feuerlöschschäume. Ab Oktober 2026 dürfen die in der Verordnung benannten PFAS in zahlreichen Konsumgütern nicht mehr verwendet werden, darunter auch Fleckschutzmittel für Polstermöbel und Teppiche sowie Imprägnierungen für Leder.

Was das für deinen Teppich bedeutet

Hersteller von Fleckschutz-Imprägnierungen müssen ihre Rezepturen in den kommenden Jahren umstellen. Das betrifft sowohl Produkte zum Selbstauftragen als auch Imprägnierungen, die professionelle Reinigungsbetriebe nach einer Grundreinigung aufbringen. Kurzfristig ändert sich für bestehende, bereits imprägnierte Teppiche nichts. Relevant wird es bei der nächsten Nachbehandlung, wenn ein neues Produkt zum Einsatz kommt.

Welcher Wirkstoff die PFAS bei uns ersetzt

Von den aktuell verfügbaren PFAS-freien Technologien hat sich Dendrimer-Chemie als die am besten dokumentierte und leistungsfähigste herausgestellt, etwa in Form von Bionic-Finish Eco der Rudolf Group, einem der Marktführer für Textilausrüstung. Dendrimere sind verzweigte, bio-basierte Polymerstrukturen (bis zu 90 % nachwachsende Rohstoffe), die auf der Faseroberfläche eine feine, wasserabweisende Mikrostruktur aufbauen, bei geringer Auftragsmenge und ohne spürbare Veränderung von Griff oder Optik des Teppichs. In unabhängigen Tests erreicht diese Technologie eine Wasserabweisung, die mit klassischen C6-Fluorcarbon-Produkten vergleichbar ist. Das ist aktuell die Richtung, für die wir uns entschieden haben, statt auf ältere Silikon- oder Wachs-Technologien zu setzen, die in Vergleichstests schwächer abschneiden.

Ehrlich gesagt: Bei einem Punkt bleiben fluorfreie Technologien, Dendrimer-Chemie eingeschlossen, aktuell hinter PFAS zurück: Fett- und Ölflecken wie Kaffee mit Milch oder Soßen werden etwas weniger zuverlässig abgewiesen als mit den alten PFAS-Produkten, das ist Stand der Forschung und betrifft die ganze Branche, nicht nur uns. Die konkrete Umstellung unserer Imprägnierung auf diesen Wirkstoff ist als Richtung entschieden, die Bezugsquelle dafür klären wir gerade. Sobald der Lieferant steht, aktualisieren wir diesen Artikel mit dem genauen Starttermin.

Was du als Kunde davon mitnehmen kannst

Wenn du eine Imprägnierung beauftragst, egal ob bei uns oder woanders, ist eine einfache Nachfrage sinnvoll: Welcher Wirkstoff kommt zum Einsatz, und ist er PFAS-frei? Seriöse Anbieter können diese Frage beantworten. Bei stark beanspruchten Flächen wie Eingangsteppichen in Gastronomie oder Einzelhandel lohnt sich das besonders, weil dort am häufigsten nachimprägniert wird.